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 Hotaru

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BeitragThema: Hotaru   Di Aug 23, 2011 7:53 am

Vorname: Hotaru
Bedeutung: Glühwürmchen
Nachname: Ito
Deckname: Kairi
Alter: 20
Wohnort: Sunagakure
Geschlecht: weiblich

Chakranaturen:
Wasser und Erde

Verbindung:
Holz

Stärken:
Fernkampf
Zielgenauigkeit
Geschwindigkeit
Ninjutsu
Kann Karten zeichnen --> Fotografisches Gedächtnis

Schwächen:
Genjutsu
körperliche Stärke
Chakrakontrolle (vor allem wenn sie wütend ist)

Ausrüstung:
Grundausrüstung (Kunais,Shuriken,Wurfnadeln,Briefbomben,Drahtseile,Rauchbomben etc)
Ihre Querflöte

Charaktereigenschaften:
Hotaru gibt sich nach außen hin zwar sehr lebensfroh, aber im Inneren trägt sie immer noch die Schuld an der Ausrottung ihres gesamten Dorfes.
Sie lebt mit der ständigen Angst, dass ihr jemand auf die Schliche kommen könnte und reagiert dadurch häufig misstrauisch auf die Fragen von Fremden. Deshalb verwendet sie auch jetzt noch ihren Decknamen "Kairi".
Ihren Freunden gegenüber verhält sie sich aber sehr loyal, auch wenn sie häufig dem Drang, etwas wertvolles für sich zu beanspruchen (es klitzert, ich will es xD), nicht widerstehen kann.
Es handelt sich um eine sehr freundliche Person, die aber auch ihre dunklen Seiten hat.

Gut/Böse/Neutral: aufgrund ihrer Vergangenheit: Böse

Aussehen: siehe sig.

Story:

Vorgeschichte:

Es geschah auf den Tag genau vor 20 Jahren.
Der erste Schrei des Säuglings hallte durch das riesige Anwesen und versetzte die Angestellten in hektische Betriebsamkeit.
Jeder rannte umher und versuchte sich nützlich zu machen. Das, dabei entstehende, Chaos lässt sich wohl am ehesten mit dem Gewusel auf einem Ameisenhaufen, in den ein unachtsamer Spaziergänger getreten ist, vergleichen.
Doch dann trat plötzlich Stille ein.
Der Herr des Hauses stand am oberen Ende der Treppe.
Er hatte Tränen in den Augen, die nun auch seine Wangen benetzten und zu Boden tropften.
Die Bediensteten starten schockiert zu ihrem Arbeitsgeber hinauf.
Keiner wagte sich zu rühren, denn keiner von ihnen hatte den Herrn jemals weinen gesehen. Ganz im Gegenteil, Makoto Ito war überall als strenger und besonnener Mensch bekannt, der selten Gefühle zeigte.
Kaltes Entsetzen griff nach ihren Herzen, als ihnen bewusst wurde, dass es keine Freuden-, sondern Tränen der Trauer waren.
Erst jetzt entdeckten sie das kleine Bündel in den Armen des frisch gebackenen Vaters.
Ein Raunen ging durch die Menge, die sich mittlerweile am Fuß der Treppe versammelt hatte. Wilde Spekulationen wurden ausgetauscht, ob und warum das Kind bei Makoto solche Trauer verursachte.
Endlich begann der Herr des Hauses zu sprechen.
Seine Stimme klang hohl und zitterte vor unterdrückter Trauer.
„Meine lieben Freunde“, begann er „heute hat uns der Tod unsere geliebte Mayumi genommen.“
Die Menge schwieg betroffen. Damit hatte niemand gerechnet.
Die Herrin hatte nach außen hin immer so stark und entschlossen gewirkt. Es war unvorstellbar, dass sie nun bei der Geburt ihres Kindes, auf das sie sich schon seit Jahren freute, ihr Leben gelassen hatte.
Das Kind begann nun leise zu weinen. Die Menge am Fuße der Treppe schwieg immer noch, fast schien es als wäre alles Leben aus dem Haus gewichen.
Nur langsam begannen vereinzelt die Frauen zu weinen und auch so mancher männlicher Diener wischte sich verstohlen eine Träne aus dem Augenwinkel.
Makoto stand mit hängendem Kopf da und starrte auf das Kind. Er war völlig in seiner Trauer versunken.
Unauffällig löste sich eine junge Magd aus der Menge und lief die Stufen hinauf.
„Herr bitte erlaubt mir, mich um das Kind zu kümmern“, sie berührte den Mann vorsichtig am Arm.
Die Berührung lies Makoto aufschrecken. Beschämt übergab er das Kind dem Mädchen: „Versorge sie gut Kazumi“.
Ein sanftes Lächeln wanderte über sein Gesicht und wischte für einen kurzen Moment die Trauer fort.
Immer noch lächelnd wandte er sich an seine Untergebenen: „Ich möchte euch unser neuestes Familienmitglied vorstellen, unsere Hotaru. Eure Herrin hat ihr Leben für sie gegeben, also wacht über sie, als gäbe es nichts wertvolleres auf der Welt“.
Nach diesen Worten schickte er Kazumi in die Küche, um das Kind zu füttern, während er selber sich in sein Arbeitszimmer zurückzog, wo er in Ruhe um seine Frau trauern konnte.
So begann das Leben von Hotaru mit dem Tod ihrer Mutter.

Kindheit:

Für das kleine Mädchen war es nicht immer einfach, ohne Mutter zu leben, doch sie hatte dennoch eine erfüllte Kindheit, denn alle Bediensteten liebten sie und lasen ihr jeden Wunsch von den Augen ab.
Die Magd Kazumi, die sie von Beginn an versorgt hatte wurde ihre beste Freundin, mit der sie über alles sprechen konnte.
An Hotarus fünften Geburtstag schenkte ihr Vater ihr die Querflöte ihrer Mutter.
Diese Flöte war fortan ihr größter Schatz, das Mädchen nahm sie am Abend sogar mit ins Bett.
Makoto war mit der Entwicklung seiner Tochter sehr zufrieden, sie war klug und konnte bereits mit 5 Jahren lesen und ein bisschen schreiben. Sein Ziel war es, das Familienunternehmen eines Tages mit gutem Gewissen in ihre Hände legen zu können.
Und dieses Unternehmen war das größte seiner Art.
Hotaru ahnte zwar nichts davon, doch sie war eines der reichsten Mädchen in Sunagakure. Dieser Umstand erfüllte ihren Vater mit Sorge. Ihm graute davor, dass jemand seine Tochter entführen und ihr Gewalt antun könnte, um an das Geld zu kommen.
Aus diesem Grund verbot er dem Mädchen, das Grundstück, das von hohen Mauern umgeben war, zu verlassen.
Dieses Verbot verursachte den ersten richtigen Streit zwischen Vater und Tochter, denn das mittlerweile 7 Jahre alte verwöhnte Mädchen, wollte sich nichts vorschreiben lassen.
Nach dem Streit weigerte sich Hotaru ihr Zimmer zu verlassen, wo sie fortan die meiste Zeit mit flötespielen verbrachte.
Mittlerweile war sie richtig gut im Umgang mit der Querflöte ihrer Mutter, heimlich träumte sie auch davon einmal vor größerem Publikum als ihren Puppen spielen zu dürfen. Diesen Traum kannte aber nur Kazumi.
Ihr Vater saß während dieser Zeit meist grübelnd in seinem Arbeitszimmer und suchte nach Möglichkeiten, mit seiner Tochter Frieden zu schließen.
Alle bisherigen Geschenke hatte sie strikt abgelehnt, sogar das Pony, das sie schon immer hatte haben wollen. Deshalb war Makoto sehr besorgt, denn er befürchtete, dass seine Tochter ewig auf ihn böse sein würde.
Mit Tränen in den Augen betrachtete er das Bild seiner Frau, das immer noch auf seinem Schreibtisch stand. „Ich wünschte du wärst jetzt hier…“, seine Stimme klang seltsam fehl am Platz, hallte unnatürlich laut durch den leeren Raum, „du wüsstest wie du mit ihr umgehen musst“. Danach verstummte er und dachte weiter nach, während die sanfte Flötenmelodie seiner Tochter das Haus umwehte.
Plötzlich ruckte sein Kopf in die Höhe „Das ist es!“, schrie er begeistert und rannte quer durch die Villa zum Zimmer seiner Tochter.
Die Angestellten starrten Makoto verwirrt hinterher. Es kam nur selten vor, dass der Hausherr so stürmisch durch das Haus lief.
„Schätzchen ich habe eine Überraschung für dich!“, mit diesen Worten riss er die Tür zum Reich seiner Tochter auf.
Hotaru saß am Fenster und schaut mit gedankenverlorenem Blick hinaus. Die Flöte hielt sie mit beiden Händen umklammert.
„Was ist es denn diesmal?“, ihre Stimme klang desinteressiert, sie machte sich nicht einmal die Mühe sich umzudrehn. Doch diesmal lies sich die Begeisterung ihres Vaters nicht so einfach dämpfen.
Mit großen Schritten durchquerte er den Raum und ging vor seiner kleinen Prinzessin in die Hocke. „Was hältst du davon, wenn du mal etwas mehr Zuhörer als das Personal und deine Puppen hättest?“, fragte er mit einem schelmischen Grinsen.
Sofort drehte Hotaru ihm ihr Gesicht zu. Ihre Augen wurden groß, als sie begriff was er meinte. „Oh Daddy das wär soooo cool!“, quietschte sie schließlich begeistert und schlang die Arme um seinen Hals, die Flöte hielt sie dabei selbstverständlich immer noch mit einer Hand fest.
„Wir könnten im ganzen Garten Laternen aufhängen und…“, ihre Ideen sprudelten wie ein Wasserfall aus ihr heraus. Der Streit war vergessen und Vater und Tochter arbeiteten wieder Hand in Hand.

Das erste Konzert:

Das erste Frühlingskonzert war ein voller Erfolg.
Es kamen so viele Leute, dass die Stühle nicht ausreichten und der riesige Garten plötzlich beengt wirkte.
Faiererweise sollte man wohl sagen, dass es den Leuten anfangs weniger um Hotarus Flötenkünste, sondern eher um das kostenlose Buffet ging.
Aber das war dem kleinen Mädchen egal. Sie stand aufgeregt am Fenster ihres Zimmers und schaute hinunter auf die Menge. Sie wartete ungeduldig darauf endlich hinuntergehn zu dürfen. Die Flöte hielt sie, wie immer, fest in beiden Händen.
Ihr Herz flatterte wie ein kleiner Vogel und so versuchte sie krampfhaft an etwas anderes zu denken. „Das wird schon…Ich spiele besser als alle anderen…Ich muss garkeine Angst haben…“, ihre Gedanken drehten sich immer schneller im Kreis, bis sie glaubte es vor Aufregung nicht mehr aushalten zu können.
„Mama? Ich hoffe du hörst mir heute zu…“, ganz leise flüsterte sie die Frage hinaus in die Abenddämmerung, die langsam die Hitze des Tages verblassen lies.
Dann, endlich, hörte Hotaru Schritte auf der Treppe und kurz darauf öffnete sich die Tür.
Kazumi steckte mit einem Grinsen im Gesicht den Kopf durch den Spalt. „Bist du bereit?“, man merkte, dass auch die Magd sehr aufgeregt war, was dem Mädchen noch mehr Herzrasen bereitete.
Mit schnellen Schritten durchquerte sie das Zimmer und zog Kazumi an einer Hand herein. „Ich hab solche Angst“, Hotarus Stimme vibrierte vor Aufregung und ihre Wangen glühten förmlich. Dennoch entdeckte ihre Freundin ein Leuchten in ihren Augen, das sie vorher noch nie so deutlich gesehen hatte.
Mütterlich legte sie dem Mädchen einen Arm um die Schulter: „Du schaffst das, wirst schon sehn. Das is so schnell vorbei, dass du das Fest nächstes Jahr garnicht erwarten kannst“.
Hotaru nickte zaghaft. „Wenn du das sagst…“, trotzdem zitterten ihre Knie, als sie ihrer Freundin hinaus in den Garten folgte.
Und dann war es auch ganz plötzlich wieder vorbei.
Hotaru spielte ihre kleine Melodie und lauschte auch selber den Kompositionen der anderen Vorspieler.
Sie badete im Applaus und schmeckte zum Ersten Mal das Gefühl des Erfolges.
Erst als sie im Bett lag und von draußen nur noch leise die Stimmen der Feiernden hereindrangen, hatte sie Zeit, das Erlebte zu verarbeiten.
Es dauerte Stunden bis Hotaru sich soweit beruhigt hatte, dass sie schlafen konnte. Die Flöte ruhte wie immer neben ihr auf dem Kopfkissen.

Flötenkräfte:

Und so begann das Jahr, indem Hotaru erfahren sollte, welche Kräfte der Flöte ihrer Mutter wirklich innewohnten.
Tatsächlich fing alles ganz harmlos damit an, dass ihr Vater eine weitere Geschäftsreise unternehmen wollte und sich strikt weigerte seine Tochter mitzunehmen.
Es kam zu einem heftigen Streit, der damit endete, dass die mittlerweile Achtjährige sich im Garten des Anwesens versteckte und für alle anderen unauffindbar war.
Ihr Vater, tobend vor Wut, reiste ab, ohne seiner Tochter nochmal auf Wiedersehn zu sagen.
Erst spät in der Nacht kehrte die Ausreißerin in die Villa zurück, wo ihr mitgeteilt wurde, dass ihr Vater längst weg war.
Kazumi erfuhr davon erst am nächsten Tag. Besorgt betrat sie das Zimmer ihrer jungen Freundin und fand sie in Tränen aufgelöst vor.
Sanft nahm sie Hotaru in die Arme und wischte ihr die Tränen ab.
„Dein Vater hat es doch nicht böse gemeint. Aber die Welt da draußen ist nicht sicher, schon garnicht wenn man noch so klein ist wie du“, ihre Stimme klang zärtlich.
Das Mädchen schniefte leise und lehnte ihren Kopf gegen Kazumis Schulter.
„Aber es ist nicht fair von ihm einfach wegzugehn ohne sich zu verabschieden…Was ist wenn er nicht mehr zurückkommt, weil ihn böse Männer überfallen?“, mit feuchten Augen schaute sie zum Gesicht ihrer Freundin hoch.
Diese lächelte leicht und drückte sie an sich. „Das wird aber nicht passieren. Weißt du dein Papa ist sehr stark und er beherrscht ganz viele Jutsus um sich zu schützen“, sie stupste Hotaru gegen die Nase.
„So und jetzt gehen wir was ordentliches frühstücken, was hältst du davon?“, mit Schwung schuppste sie ihren Schützling auf die Beine und nahm ihre Hand „ich will Marmelade auf meinen Toast und du?“.
Mit diesen Worten zog sie Hotaru auf den Gang und dirigierte sie richtung Küche.
Die nächsten Wochen waren für das Mädchen eine einzige Qual. Ständig glaubte sie die Schritte ihres Vaters auf der Treppe zu hören, aber wenn sie dann freudig hinauslief war es immer nur ein Bediensteter, der sie mitleidig anschaute.
Schließlich hielt sie es in der Villa nicht mehr aus und begann durch den Garten zu wandern. Zwischen den Palmen an einem kleinen Brunnen fand sie schließlich den perfekten Platz, um das Flötenspiel zu üben.
Selbst zu Mittag war es an dieser Stelle kühl und so konnte Hotaru fast den ganzen Tag hier verbringen.
Kazumi machte sich zwar Sorgen um das Kind, doch sie konnte sich nicht ständig mit ihr beschäftigen.
So wurde Hotaru immer stiller und vertraute nurnoch der Flöte ihre Gefühle an, mit dem Glauben, dass ihre Mutter all das hören konnte, was sie ihrem Instrument erzählte.
Eines Tages saß sie wieder am Rande des Brunnens und spielte, als ein junger Wüstenwuchs plötzlich hinter einem Busch auftauchte.
Vor lauter Staunen vergas Hotaru sogar zu spielen und beobachtete einfach mit großen Augen wie das Tier vorsichtig schnüffelnd immer näher kam.
Mit angehaltenem Atem streckte sie die Hand aus, um den Fuchs zu berühren, doch dieser sah die Bewegung aus dem Augenwinkel und verschwand so schnell wie er gekommen war.
Dennoch lies diese Begegnung Hotaru nicht mehr los.
Woher kam dieser Fuchs? Wie war er auf das Grundstück gekommen?
Es war doch nicht möglich, dass es irgendwo ein Loch in der hohen Mauer gab…oder etwa doch?
Hotarus Neugier war geweckt und so begann sie die Mauer systematisch nach einer Schwachstelle abzusuchen.
Ihre Bemühungen blieben erfolglos. Bald schon kehrte sie zu ihrem Lieblingsplatz am Brunnen zurück und spielte auf der Flöte.
So verging noch ein Monat, bis ihr zum Ersten Mal eine Veränderung auffiel.
Wenn sie spielte schienen die Farben um sie herum plötzlich kräftiger zu werden. Anfangs glaubte sie noch, dass es sich bloß um eine Täuschung handelte, aber nach vielen Versuchen konnte sie es nicht mehr bestreiten, dass, je nachdem wie schnell sie spielte und welche Töne sie der Flöte entlockte, die Farben um sie herum blasser oder kräftiger wurden.
Das Kind erfreute sich still an dieser Entdeckung. Aber nicht einmal Kazumi erzählte sie etwas davon.
Es war ihr Geheimnis und nur vielleicht würde sie es ihrem Vater erzählen. Kam ganz darauf an ob er ihr ein schönes Geschenk mitbrachte.
Ungeduldig wartete sie auf den Tag, an dem ihr Vater wieder nach Hause kam.
Doch nicht einmal Kazumi wusste genau, wie lang er noch unterwegs sein würde.
Hotaru war längst nicht mehr böse auf ihren alten Herrn. Sie wollte ihn einfach nur wieder haben und vermisste ihn von ganzem Herzen.
Außerdem machte sie sich langsam Sorgen, denn es war noch nicht einmal eine Nachricht von ihm eingetroffen.
Jeden Abend bat Hotaru ihre Mutter darum, auf ihren Vater acht zu geben.
Die Angst um ihn wurde ihr ständiger Begleiter.
Wenn sie jetzt Flöte spielte, so waren es meistens traurige Lieder, die die Herzen der Angestellten berührten und sie manchmal mitten im Wort verstummen liesen.
Kazumi fand diese Kraft der Musik zwar erstaunlich, sie machte sich jedoch keine Gedanken darüber.
Sie hatte schon genug Probleme damit, einen geeigneten Lehrer für Hotaru zu finden, der ihr die Grundjutsus und Allgemeinbildung beibringen konnte.
Makoto hatte ihr strenge Anweisungen gegeben, wie sie diesen Lehrer auswählen sollte, denn er wollte keinen möglichen Entführer in sein Haus lassen.
Das bedeutete, dass Kazumi viele Bewerbungsgespräche führen musste, bis sie schließlich einen jungen Lehrer fand, der ihr geeignet schien.
Auch Hotaru war von dem charmanten jungen Mann gleich angetan und begann mit Begeisterung zu lernen.
Allerdings tat sie sich sehr schwer damit ihr Chakra bewusst zu lenken. Sie war ein sehr impulsiver Mensch und es kam schon vor, dass sie in einem Wutanfall unkontrolliert ihr Chakra fließen lies, was immer wieder zu kleinen Zwischenfällen führte.
Alles in allem war sie jedoch eine talentierte Schülerin, vor allem wenn ihr Lehrer sie mit neuen Liedern lockte, die er für sie komponierte.
Es entwickelte sich bald eine innige Freundschaft zwischen den beiden, was Kazumi nur zu gerne sah.
Endlich hatte Hotaru wieder eine Vaterfigur, bei der sie Zuflucht finden konnte.
Makoto hatte auch nach 2 Monaten noch nichts von sich hören lassen und so fingen die Angestellten und seine Tochter damit an, mit dem schlimmsten zu rechnen.
Hotaru flüchtete sich wieder in die Abgeschiedenheit des Brunnens, wo sie diesmal nicht mal mehr Flöte spielte, sondern einfach nur vor sich hinstarrte.
Nicht einmal ihr Lehrer konnte sie aus dieser Apartie locken, weder mit neuen Jutsus, noch mit neuen Liedern.
Schließlich nahm Kazumi ihn mit ernstem Gesicht zur Seite. „Wir müssen etwas dagegen tun, dass Hotaru sich so sehr abkapselt. Ich denke es wär für sie das beste eine echte Akademie besuchen zu können, wo sie auch mal Gleichaltrige trifft. Sie ist erst 12 und redet bereits wie eine alte Frau“, Kazumi schaute den dunkelhaarigen Mann mit besorgtem Gesichtsausdruck an. Er nickte langsam. „Vermutlich hast du recht. Du kennst sie schon viel länger als ich und weißt vermutlich was das beste für sie wäre“, er berührte lächelnd ihren Arm „Wir werden das gemeinsam schon schaffen“.
In diesem Moment klangen zarte Flötentöne zu ihnen herüber.
Beide hoben überrascht den Kopf.
Langsam machten sie sich auf den Weg in die Richtung, aus der die Töne kamen.
Hotaru saß am Rande des Brunnens und hatte die Augen geschlossen.
Ihre Hände glitten wie von alleine über die Flöte und entlockten ihr mal hohe und mal tiefere Töne.
Kazumi wollte bereits auf sie zulaufen, doch der Lehre hielt sie mit einer raschen Geste zurück.
„Sieh mal“, flüsterte er und zeigte auf den Boden vor Hotaru.
Dort tummelten sich bereits Käfer und anderes Kleingetier, offenbar hypnotisiert von den Tönen, die das Mädchen spielte.
Kazumi schlug erschrocken die Hände vor den Mund.
Verstört starrte sie zu Hotaru hinüber, die immernoch mit geschlossenen Augen spielte.
Leise zogen sich die beiden Erwachsenen wieder zurück. Erst als sie wieder bei der Villa angekommen waren traute sich Kazumi wieder das Wort zu ergreifen. „Was zum Teufel war das?“, ihre Stimme klang vor Aufregung höher als sonst.
Der Lehrer überlegte eine Weile. „Mir scheint sie schafft es irgendwie ihr Chakra in die Töne zu leiten, allerdings hab ich noch nie von so etwas gehört.“, er schwieg kurz um nachzudenken. „Vielleicht liegt es auch an der Flöte. Es gibt die verschiedensten Gegenstände, die selber über Chakra verfügen. Ich müsste mir das Instrument aber genauer ansehn, um darüber eine fixe Aussage treffen zu können.“
Kazumi nickte langsam. Leider war ihr nur allzu sehr bewusst, dass Hotaru ihre Flöte niemals jemand anderen in die Hand geben würde, geschweige denn erlauben, dass man sie auseinander nahm um sie zu untersuchen.
Leise seufzte sie. „Ich hoffe Makoto kommt bald nach Hause“, ihre Stimme war nur ein Flüstern.
Als Hotaru an diesem Abend zurück in die Villa kam fand sie eine sehr schweigsame Kazumi vor, die ihr keine richtige Antwort auf ihre Fragen nach dem Grund gab.
Eine seltsame Stimmung breitete sich über den Anwesen aus.
Jeder war gereizt und man begann plötzlich grundlos zu streiten.
Nur wenn Hotaru auf ihrer Flöte spielte kehrte Frieden in der Villa ein.

Rückkehr des Vaters:

Es vergingen noch weitere 5 Wochen bis Hotaru ihren Vater wieder in die Arme schließen konnte.
In der Zwischenzeit hatten weder Kazumi noch der Lehrer irgendwelche Anzeichen der seltsamen Macht der Flöte entdecken können, sodass sie beide nicht mehr davon überzeugt waren, dass diese überhaupt existierte.
Hotaru jedenfalls schwebte wie auf Wolken durch die Villa und verbreitete gute Laune, wo immer sie sich blicken lies.
Ihr Vater hatte ihr ein neues Kleid mitgebracht, das sie nun voller Stolz zur Schau trug.
Makoto war sehr stolz, als er hörte, das seine Tochter in den Unterrichtsstunden schon große Fortschritte machte und vermutlich bald ihre Geninprüfung würde ablegen können. Vorausgesetzt sie bekam ihre gelegentlichen Wutausbrüche unter Kontrolle.
Kazumi wagte es nicht mehr davon zu sprechen, dass Hotaru auf einer normalen Akademie besser aufgehoben war, denn bei ihrem ersten Versuch das Thema darauf zu lenken hatte Makoto zwar sehr freundlich aber bestimmt abgelehnt.
Er hielt seine Tochter lieber im goldenen Käfig gefangen, als sie der, in seinen Augen, gefährlichen Welt auszusetzen.
Hotaru ahnte von den Sorgen der Erwachsenen nichts.
Sie war bereits drauf und dran ihren 13 Geburtstag zu planen, denn ihr Vater hatte ihr eine Überraschung versprochen.
Leider wurde ihr nun schmerzlich bewusst, dass sie eigentlich keine Freunde hatte, die sie hätte einladen können.
Wieder einmal verfluchte sie die Mauer, die das Anwesen so unbarmherzig von der Außenwelt abschnitt.
Schließlich fasste sie sich ein Herz und fragte ihren Vater, wann sie denn endlich einmal nach draußen durfte.
Wie erwartet gipfelte das Gespräch in einem Streit, sodass Hotaru schäumend vor Wut in ihr Zimmer stürmte und dabei lauthals schreiend verkündete, dass ihr Geburtstag wohl aufgrund väterlicher Unfähigkeit ins Wasser fallen würde.
Die Angestellten taten diese Ankündigung mit einem Schulterzucken ab.
Langsam gewöhnten sie sich daran, dass Hotaru gerne etwas überreagierte.
Deswegen waren alle überrascht, als am nächsten Tag wirklich kein Geburtstag gefeiert wurde.
Es herrschte eine beinahe eisige Stimmung am Frühstückstisch. Vater und Tochter warfen sich über ihr Teller hinweg böse Blicke zu, keiner sagte ein Wort.
Ein Stoßseufzer ging durch die Villa als Hotaru schließlich mit der Flöte das Haus verlies und Makoto endlich wieder ein halbwegs normales Gesicht machte.
Kazumi war hin und hergerissen. Einerseits fand sie Hotarus Reaktion hoffnungslos überzogen, andererseits verstand sie das Mädchen auch irgendwie.
Schließlich folgte sie ihr zum Brunnen und setzte sich neben sie.
„Hey kleines was ist los?“, Kazumis Stimme klang ein bisschen hilflos angesichts der Wut, die immer noch in dem Mädchen brodelte.
„Es ist einfach nur…Ich will nicht ewig hier eingesperrt sein…Warum sieht Vater das nicht ein?“, Hotaru starrte verzweifelt auf den Boden. „Warum hat er solche Angst um mich?“, sie wandte sich ruckartig zu Kazumi um. „Ich kann bald meine Geninprüfung machen, dann bin ich nicht mehr so wehrlos wie er glaubt.“, ihre Stimme zitterte vor Empörung.
Ihre Freundin lächelte sanft und legte ihr einen Arm um die Schulter. „Er macht sich doch bloß Sorgen um dich. Das weißt du doch“, ihre Stimme klang etwas abwesend als sie das sagte. Ihr Blick war auf die Flöte in Hotarus Hand gefallen.
Das Mädchen schaute ebenfalls auf ihr Instrument. „Is irgendwas?“, sie klang erstaunt.
„Nein bloß…Ich hör dich in letzter Zeit garnicht mehr so oft spielen“, Kazumi schaute ihr prüfend ins Gesicht.
Hotaru wich ihrem Blick aus.
Ja es gab einen Grund, warum sie nicht mehr so oft spielte. Aber sie würde sich hüten, das irgendjemandem zu erzählen.
Es war vor wenigen Tagen geschehen, als sie am Abend bei offenem Fenster gespielt hatte.
Plötzlich war ihr eine neue Melodie eingefallen, die sie gleich ausprobieren wollte.
Doch dann hatte sie nicht mehr aufhören können zu spielen, was ihr Angst gemacht hatte. Aber die Töne hatten sich so rein, so harmonisch angehört, dass sie nach einer Weile die Angst beiseite geschoben hatte und einfach ihrem Instinkt gefolgt war.
Bis, dass plötzlich 5 Fledermäuse in ihr Zimmer geflogen waren. So etwas war noch nie passiert.
Sie hatte bis jetzt nur die Farben ändern können, nicht irgendwelche Tiere anlocken.
Vor Schreck hatte sie dann aufgehört zu spielen und die Fledermäuse waren wieder lautlos in der Nacht verschwunden.
Dennoch fand sie es seltsam, dass Kazumi erst jetzt danach fragte. Schließlich spielte sie schon seit längerer Zeit nicht mehr ganz so oft.
Vielleicht wurde sie ja auch einfach alt. Prüfend betrachtete sie ihre Freundin. Naja eigentlich hatte sie sich in den letzten Jahren nicht sonderlich verändert.
Sie trug wie immer ihre Haare in einer kompliziert aussehenden Frisur hochgesteckt. Auch die Kleidung war dieselbe wie immer.
Hotarus Blick wanderte zum Gesicht ihrer Freundin. Die eine oder andere Falte, von ihr verursacht, zierte Kazumis Mund- und Augenwinkel.
Diese schaute Hotaru nun direkt in die Augen. „Was hast du denn? Du schaust als ob du mich noch nie gesehn hättest“, sie lachte unsicher.
Ihre Hand glitt von der Schulter ihres Schützlings und lag nun locker auf dem Brunnenrand.
So saßen sie eine Weile schweigend da, jeder in seine eigenen Gedanken vertieft, bis Kazumi schließlich seufzend aufstand.
„Bleib nicht zu lang hier draußen, sonst erkältest du dich noch“, mit diesen Worten machte sie sich auf den Weg zurück zur Villa.
Hotaru blieb nachdenklich zurück. Sie verstand ihre Freundin immer weniger.

Geninprüfung: (14 Jahre)

Mit 14 Jahren durfte Hotaru schließlich ihre Abschlussprüfung unter der Aufsicht ihres Lehrers ablegen.
Der Tag war regnerisch und so musste die Prüfung, die eigentlich im Garten hätte stattfinden sollen, in die große Eingangshalle der Villa verlegt werden.
Hotaru war mehr als nur aufgeregt. Den ganzen Morgen hatte sie damit zugebracht unruhig in ihrem Zimmer auf und ab zu laufen.
Noch dazu hatte Kazumi heute ihren freien Tag und war nach Hause zu ihren Eltern gefahren.
Somit stand das junge Mädchen der Herausforderung völlig alleine gegenüber, denn auch ihr Vater war wieder einmal auf einer seiner Geschäftsreisen.
Mit zitternden Knien folgt sie schließlich ihrem Lehrer hinunter in die Halle.
Ausnahmsweise hatte sie die Flöte in ihrem Zimmer gelassen, denn für die Fingerzeichen brauchte sie freie Hände.
Ausnahmslos alle hatten sich zu dem denkwürdigen Ereignis zusammengefunden, sogar die Köchin lies ihre Küche für diesen kurzen Moment alleine.
Nur die beiden wichtigsten Menschen in Hotarus Leben fehlten, ihr Vater und Kazumi.
Mit gerunzelter Stirn drehte der Lehrer sich zu dem zitternden Mädchen um.
„Also Hotaru, bist du bereit?“, es gelang ihm nicht ganz ein Lächeln zu unterdrücken, als ihn seine Schülerin mit weit aufgerissenen Augen ansah und langsam nickte.
Er berührte sacht ihre Schulter „Keine Sorge, du bist gut, das weißt du doch“, lächelnd zeigte er auf die Mitte des Saales.
Hotaru folgte seiner Aufforderung schweigend.
In der Mitte des Raumes drehte sie sich schließlich zu ihrem Prüfer um.
„Und welches Jutsu soll ich Ihnen zeigen?“, etwas unentschlossen verschränkte sie die Arme und lies sie sogleich wieder sinken.
Der Lehrer lächelte leicht. „Zeig mir, wie gut du das Verwandlungsjutsu bereits beherrschst“, sagte er und zeigte wahllos auf einen der Angestellten.
Der junge Mann, auf den er gezeigt hatte, machte etwas ängstlich einen Schritt nach vorne.
Hotaru betrachtete ihn kurz und versank etwas in Gedanken.
Langsam formte sie die Fingerzeichen. Immer darauf bedacht, keinen Fehler zu machen.
Und tatsächlich schaffte sie es den jungen Mann fast perfekt zu kopieren.
Ihr Prüfer nickte anerkennend. „Sehr gut Hotaru“, er strahlte über das ganze Gesicht während er aus seiner Tasche das Genin-Stirnband zog.
„Herzlichen Glückwunsch, hiermit bist du Genin“, rief er theatralisch und warf ihr das Stirnband zu, das Hotaru vor lauter Aufregung natürlich fallen lies.
Mit einem Lächeln bückte sich der junge Mann, den sie kopiert hatte und hob für sie das Band auf.
„Hier bitte“, in seinen Augen funkelte es kurz auf als er Hotarus Blick einfing.
Diese nahm ohne ein weiteres Wort das Stirnband und floh in ihr Zimmer hinauf.
Dort griff sie sofort nach der Flöte und setzte sich aufs Bett. „Mama…Ich habs geschafft!“, jubelte sie schließlich los.
„Das gibt’s doch garnicht“, mit einem Seufzen lies sie sich nach hinten aufs Bett sinken.
„Jetzt muss Vater mich einfach rauslassen“, das Mädchen strahlte über das ganze Gesicht, während sie sich die Abenteuer ausmalte, die außerhalb der Mauern auf sie warteten.
So schlief sie schließlich auch ein, die Flöte fest an sich gedrückt und den Kopf voll mit Ideen.
Am nächsten Morgen erwachte sie davon, dass Kazumi in ihr Zimmer stürmte, um ihr zu gratulieren.
Gemeinsam bestaunten sie das Genin-Stirnband, denn Kazumi hatte selber nie die Akademie besuchen dürfen.
Hotaru weigerte sich dennoch das Stirnband auch tatsächlich zu tragen, denn sie fand es einfach nicht schick genug.
Es genügte ihr einfach zu wissen, dass sie die Prüfung gleich beim Ersten Mal geschafft hatte und nun, in ihren Augen, endlich bereit für die große weite Welt war.
Nach dem Frühstück zog sie Kazumi in einen etwas abgelegenen Winkel des Hauses und erzählte ihr von den Plänen, das Anwesen zu verlassen.
Der Blick ihrer Freundin wurde traurig als sie das, vor Ideen sprühende, Mädchen betrachtete.
„Du weißt doch, dass dein Vater das nicht erlauben wird“, seufzte sie schließlich leise.
Hotaru starrte die Magd einen kurzen Moment verdutzt an. „Aber jetzt hat er doch den Beweis, dass ich alleine auf mich aufpassen kann, oder?“, ihre Stimme klang verzweifelt.
Kazumi umarmte sie schnell, denn sie ertrug die Hoffnungslosigkeit in den Augen des Mädchens nicht.
Doch Hotaru war kein Kind von Traurigkeit. Tief in ihrem Herzen reifte bereits der Entschluss, das Anwesen bald zu verlassen. Koste es, was es wolle.

Das letzte Frühlingsfest: (15 Jahre)

Endlich war es soweit. Hotaru schien es als würde sie bereits seit Ewigkeiten hinter der Bühne stehen und darauf warten, an die Reihe zu kommen.
Der letzte Applaus schien Jahre zu dauern, doch dann endlich, durfte sie die Bühne betreten und in die erwartungsvollen Gesichter der Gäste schauen.
Es hatte sich herumgesprochen, dass Hotaru eine ganz besondere Begabung hatte, fast schien es so als würde ihre Musik längst vergessene Gefühle erwecken, weswegen ihr Auftritt das ganze Jahr über mit Spannung herbeigesehnt wurde.
Ihr Vater, der in der ersten Reihe saß, schien vor Stolz gleich zu platzen, als Hotarus Blick ihn kurz streifte, bevor er weiterwanderte und jede Kleinigkeit geradezu aufsaugte.
Ihre Hände kribbelten vor Erwartung, als sie die Flöte an ihre Lippen setzte.
Die Menge hielt schien die Luft anzuhalten, bis die ersten Töne erklangen und zum dunklen Nachthimmel emporschwebten.
Ein Seufzen ging durch die Zuhörer, so etwas klares und reines hatten sie noch nie zuvor vernommen.
Auch Hotaru merkte, dass etwas an ihrem Lied anders war als sonst, es schien fast so als würde ihr jemand, oder etwas die Noten zuflüstern, die sie gerade spielte.
Sie konnte die Energie um sich herum spüren, in der Erde unter ihren Füßen, aber auch in der Luft um sich herum.
So intensiv hatte Horatu das Gefühl noch nie wahrgenommen.
Die ersten Blätter an den Büschen, die zur Zierde rund um die Bühne aufgestellt worden waren, begannen zu verwelken und zu Boden zu fallen.
Das Gras am Rand der Bühne verdorrte, bis es nur noch aus blassen gelben Halmen bestand.
Unbemerkt von den Zuhörern entzog Hotarus Flötenspiel der Umgebung alle Lebensenergie.
Ganz kurz öffnete das Mädchen die Augen und schaute in die verzückten Gesichter ihrer Zuhörer. Ihre blauen Augen strahlten, so wie sie es immer taten, wenn sie spielte, aber diesmal konnte man auch einen Hauch von Wahnsinn in ihnen erkennen.
Langsam veränderte sich die Melodie, aus den zarten ruhigen Tönen, wurde etwas dunkleres, drängenderes.
Erstaunt betrachtete Hotaru ihre Finger, die nun schon fast ohne ihr Zutun über die Flöte huschten und ihr dieses unheimliche Lied entlockten.
Dennoch hörte sie nicht auf zu spielen. Etwas hielt sie davon ab, auch wenn das Mädchen langsam Angst bekam.
Sie schloss wieder die Augen, als die Melodie noch eindringlicher wurde.
Und dann schien plötzlich ein Ruck durch die Wirklichkeit zu gehen.
Die Energie um Hotaru herum schien zu explodieren, als plötzlich die Erde zu beben begann.
Erschrocken riss sie die Augen auf, spielte aber noch weiter.
Vor ihren Augen stieg ein Phönix aus dem Boden, so leuchtend schön, dass sie ihre Augen zusammenkneifen musste.
Der Vogel stieß einen schrillen Schrei aus und Hotaru lies die Flöte fallen. Der größte Fehler ihres Lebens.
Die Melodie endete aprubt und der Phönix riss den Kopf herum.
Für eine Sekunde war es unheimlich still, dann öffnete der Vogel den Schnabel und kreischte wütend und fordernd.
Sein lodernder Blick traf den von Hotaru und sie sank langsam in die Knie.
Halb bewusstlos saß sie auf der Bühne und hörte die entsetzten Schreie der Menschen, die so plötzlich aus ihren Träumen gerissen wurden, die das Lied in ihnen erweckt hatte.


Der Weg in die Freiheit:

Die Zeit, die auf das Frühlingskonzert folgte, war für Hotaru, wie eine Serie von Bildern, ohne Sinn aneinandergereiht, manchmal klar, manchmal völlig verschwommen und beängstigend.
Sie sah sich selber inmitten von blutigen Körpern stehen, emotionslos, ohne eine einzige Träne im Gesicht.
Dann wiederrum saß sie tagelang heulend in ihrem Zimmer und wagte es nicht einen Blick in den Garten zu werfen. Sie wusste manchmal nicht mal, ob es die Morgen- oder Abenddämmerung war, die ihr Zimmer rot färbte.
Eines wusste sie jedoch ganz genau.
Es war kein Traum gewesen.
Sie hatte das ganze Dorf auf dem Gewissen.
Nur sie alleine.
Bei diesem Gedanken stockte der ständige Wirbelsturm in ihrem Kopf.
Dann war nur noch Leere in ihr.
Fünf Tage saß sie so in ihrem Zimmer, bis ihr Überlebenstrieb sich einschaltete und sie zwang hinunter in die Küche zu gehen, um zumindest etwas zu trinken.
Auf der Treppe fand sie ihre Flöte.
Erstaunt streckte sie die Hand danach aus.
Zögernd berührte sie das kühle Metall und schloss schließlich die Finger darum. Es tat gut das vertraute Gewicht zu spüren.
Sofort kamen ihr wieder die Tränen. „Mama…was hab ich bloß getan?“, schluchzend setzte sie sich auf die Treppe und klammerte sich an die Flöte.
Ihre Gedanken wanderten wieder zurück zu dem Tag. Diesmal waren sie nicht verschwommen, sondern glasklar.
Noch einmal durchlebte sie die Sekunden, in denen das gesamte Dorf ausgerottet worden war.
Ein Schauer lief über ihren Körper und hinterlies eine Gänsehaut.
Ihr Blick huschte die Treppe hinunter zur Eingangstür, die einen Spalt offen stand.
Alles in ihr sträubte sich dagegen die Villa zu verlassen, aber ihre Vernunft war nun gänzlich erwacht.
Früher oder später würde jemand vorbeikommen und bemerken, was sie getan hatte. Man würde sie dafür einsperren…oder schlimmer.
Langsam versiegten die Tränen, die über Hotarus Wangen liefen.
Eine Entschlossenheit, wie sie sie noch nie gefühlt hatte ergriff von ihr Besitz und zwang sie aufzustehn.
Mit zitternden Knien schwankte sie die Treppe hinunter, ihre Kraft reichte kaum noch aus, um sich auf den Beinen zu halten.
Aber sie kämpfte sich vorwärts, Schritt für Schritt näherte sie sich dem Fuß der Treppe.
Als das Mädchen endlich unten angekommen war sank sie erschöpft zu Boden.
„Das schaffst du…es sind nurnoch ein paar Schritte bis zur Küche, komm schon Hotaru“, feuerte sie sich selber an. Und tatsächlich, sie schaffte es, wieder auf die Beine zu kommen.
Langsam öffnete sie die Tür zur Küche, ein unvorstellbar ekliger Gestank nach verfaulenden Lebensmitteln schlug ihr entgegen.
Hotaru hielt sich schnell die Nase zu, bevor ihr Magen zu revoltieren beginnen konnte.
Sie wandte den Blick von den verdorbenen Lebensmitteln ab und suchte nach einem sauberen Glas.
Nachdem sie sich ein wenig gestärkt hatte, sie hatte ein stückchen hartes Brot gefunden, das noch nicht verschimmelt war, verlies Hotaru die Küche wieder.
In ihrem Bauch gluckerte das Wasser und sie spührte bereits erste Anzeichen von Magenschmerzen.
Doch die schwerste Prüfung stand dem Mädchen noch bevor.
Die große Haustür, die in den Garten führte knarzte viel zu laut als sich Hotaru dagegen stemmte um sie ganz zu öffnen.
Ihre Kräfte reichten gerade soweit, dass sie den Spalt so weit verbreitern konnte, um sich hindurch zu quetschen.
Dann endlich war sie draußen, eine kühle Brise wehte ihr um die Nase, sie trug den Geruch von Verwesung mit sich.
Hotarus Magen schien einen Looping zu schlagen und sie brauchte ganze zehn Minuten bis sie wieder halbwegs normal atmen konnte, ohne sich zu übergeben.
Den Blick fest auf ihre Schuhe gerichtet machte sie sich schließlich auf den Weg zum Haupteingang des Anwesens.
Immer wieder kreuzten eingetrocknete Blutspuren ihren Weg und sie konnte deutlich das Krächzen von Geiern hören, das aus dem Garten hinter dem Haus zu kommen schien.
Stur geradeaus setzte Hotaru ihren Weg fort, sie wusste genau, dass sie, sobald sie den Kopf hob, Dinge sehen würde, die sie nie mehr vergessen würde.
Das Tor kam immer näher, was sie eigentlich nur daran merkte, dass sie nun im Schatten der großen Mauer ging.
Plötzlich lag ein Schuh auf dem Weg vor ihr. Zögernd blieb Hotaru stehn. Sie wagte immer noch nicht ihren Kopf zu heben, denn sie wusste genau, dass zwei Wachen hier gestanden hatten, als sie den Phönix beschworen hatte.
Nervös spielte sie mit der Flöte in ihrer Hand, unfähig, einen klaren Gedanken zu fassen.
Ihr Blick hatte sich an dem Schuh geradezu festgesaugt, ganz langsam wanderte er hin und her, immer darauf gefasst die Leiche des Besitzers ausfindig zu machen.
Schließlich hielt es Hotaru nicht mehr aus. Mit einem Ruck hob sie den Kopf und wagte einen Blick auf den Weg vor sich.
Es gab nichts zu sehen. Der Schuh stand mutterseelenallein auf dem Weg vor ihr.
Erleichtert begann Hotaru zu kichern. Mit Schwung kickte sie den Schuh aus dem Weg und rannte auf das Tor zu.
Nun war endlich der große Moment gekommen, sie würde das Anwesen verlassen!
Vor dem Tor hielt das Mädchen an, ihr Blick wanderte über das verzierte Gittertor, das ihr immer den Weg nach draußen verwehrt hatte.
Nun stand es offen und keine Wache konnte sie daran hindern hinaus zu gehen.
Mit zitternden Händen schob sie das Tor weiter auf, es quietschte erbärmlich und ganz kurz glaubte sie Schritte hinter sich auf dem Kiesweg zu hören.
Doch dann war der Spalt endlich breit genug für sie und sie schlüpfte hinaus in die Freiheit.

Leben im Dorf:


Gähnend erwachte Hotaru aus ihrem Traum.
Es war noch dunkel draußen und sie zog fröstelnd ihren Umhang enger um sich.
Automatisch griff sie nach ihrer Flöte, als sie draußen ein Rascheln hörte und ein Schakal an der Tür vorbeihuschte.
Sie hasste diese Viecher regelrecht, denn sie hatten es sich scheinbar in den Kopf gesetzt, so oft es ging ihren Schlaf zu rauben.
Richtige Angst hatte die 16-jährige eigentlich vor garnichts mehr.
Am Anfang ihres Lebens in Freiheit hatte sie sich noch vor Skorpionen, Schlangen und anderen Wüstentieren gefürchtet, doch mit der Zeit hatte sie sich an alle gewöhnt.
Mit Hilfe ihrer Flöte konnte sie jedes noch so aggressive Tier in ein zahmes sabberndes Häufchen Blödheit verwandeln, was ihr auch regelmäßige Mahlzeiten bescherte.
Seufzend stand die junge Frau auf und streckte ihre steifen Glieder.
Es war ihr anfangs nicht leicht gefallen in den verlassenen Häusern des Dorfes zu wohnen, da sie immer Angst davor gehabt hatte, dass die Geister der Toten sich an ihr rächen würden.
Doch sie wusste nicht, wohin sie sonst gehen sollte, weswegen sie anfangs auf den Straßen, oder wenn es regnete, was in einer Wüste ja zum Glück nur selten vorkommt, unter einer Plane aus Kamelhaut, die sie gefunden hatte, schlief.
Aber nach zwei Wochen war ihr immer noch kein rachedurstiger Geist begegnet und so verlor sie ihre Angst und richtete sich in einem Haus, das ihr gefiel, wohnlich ein.
Essen gab es in Hülle und Fülle, denn die Bewohner hatten für schlechte Zeiten vorgesorgt und Unmengen von unverderblichen Lebensmittel angehäuft, die alle in einem großen Lagerhaus gestapelt waren.
Wasser bekam sie aus dem Brunnen am Marktplatz, der noch niemals versiegt war, seit es das Dorf gab.
Die Zeit zwischen den Mahlzeiten verbrachte sie entweder mit Flötespielen oder in der Bücherei des Ortes.
Sie war sehr überrascht gewesen, als sie das kleine Haus betreten hatte und anstatt von Möbeln nur dutzende Bücherregale angetroffen hatte, die mehr als gut gefüllt waren.
Der Platz in den Regalen reichte nicht annähernd für alle Bücher und so stapelten sie sich teilweise turmhoch auf dem Boden und auf ein paar kleinen Tischen.
Ohne den Büchern wäre Hotaru wahrscheinlich nach wenigen Wochen durchgedreht, denn sogar das Flötespielen wurde ihr auf Dauer zu langweilig.
Ja manchmal kam es ihr sogar vor, als hätte sie jede mögliche Notenfolge schon einmal gespielt und jede noch so komplizierte Melodie bereits gemeistert.
Durch die Bücher konnte sie in fremde Länder reisen, mit seltsamen Namen, wie Konohagakure oder Kirigakure. Ihr Vater hatte ihr nie von seinen Reisen erzählt, aber Hotaru war sicher, dass er dort bereits gewesen war.
Leider befand sich in den ganzen Büchern nirgends eine Karte, so dass es der jungen Frau nicht möglich war, selber dorthin zu reisen.
Ihr gesamtes Streben richtete sich mit der Zeit darauf, das Dorf zu verlassen und in eines der anderen Länder zu reisen, denn dort würde niemand nach ihr suchen, um sie für ihre Taten büßen zu lassen.
Aber je mehr Bücher sie verschlang, umso mutloser wurde sie.
In keinem fand sie auch nur einen Hinweis, wie man in diese fremden Länder gelangen konnte.
Es schien fast so als wäre sie dazu verdammt ewig in dem kleinen Dorf bleiben zu müssen und völlig allein ihr Dasein zu fristen.
Hotaru machte sich schlaftrunken auf dem Weg zur Tür, der Schakal floh jaulend vor ihr in die Nacht, worüber sie nur den Kopf schüttelte.
Diese Tiere waren viel stärker als sie und könnten sie ohne Probleme töten, aber sie flohen dennoch in Panik, wenn sie ihnen zu nahe kam.
Vielleicht spürten sie auch den Hauch des Todes, den Hotaru über das Dorf gebracht hatte.
Grübelnd setzte sie ihren Weg fort. Er führte sie zwischen den eng stehenden Häusern hindurch zum Brunnen, wo sie sich ihre Gesicht wusch und gierig ein paar Schlucke trank.
Ein Rascheln drang aus den Büschen zu ihrer Linken an Hotarus Ohr.
Arlamiert richtete sie sich auf. Das war nicht das Rascheln eines Schakals oder das einer Schlange.
Dieses Rascheln war ihr fremd und sie hatte gelernt, dass es nicht gut war, in der Wüste etwas fremden zu begegnen.
Mit einem Satz sprang sie hinter einen verlassenen Marktstand, auf dem noch die Reste von Früchten vor sich hin gammelten.
Bei dem Geruch wurde ihr zwar übel, aber kein Tier dieser Welt würde sie so wittern können.
Gespannt blickte sie in die Richtung aus der das Rascheln kam, es wurde immer lauter und schließlich erschien ein Kamel auf dem Marktplatz.
Verdutzt richtete Hotaru sich auf, mit einem Kamel hatte sie nicht gerechnet. Es geschah nur äußerst selten, dass sich eines dem Dorf näherte, bis zum Marktplatz war noch nie eines gelaufen.
Langsam, um das Tier nicht zu erschrecken, stand sie ganz auf.
Das Kamel zuckte bloß mit den Ohren.
Erst jetzt entdeckte Hotaru den Sattel zwischen den Höckern des Tieres, es gehörte also jemandem.
Mit wiegenden Schritten lief das Kamel um den Brunnen herum, ein paar mal versuchte es daraus zu trinken, aber der Wasserspiegel war schon zu tief gesunken.
Hotaru beobachtete das Treiben eine Weile, bis sie sich ein Herz fasste und zu dem Kamel ging.
„Na du, hast du Durst?“, fragte sie zärtlich und kraulte das Tier an der Nase.
Mit einem sanften Brummen, das wie eine Zustimmung klang, antwortet Hotarus neuer Freund und stupste ihr auffordernd gegen den Kopf.
Mit einem Kichern holte das Mädchen den vollen Eimer aus dem Brunnen und stellte ihn vor das Kamel, welches sofort gierig zu trinken begann.
Ganze drei Mal musste sie den Vorgang wiederholen, bis das Tier endlich keinen Durst mehr hatte.
Während Momo, so hatte Hotaru das Kamel genannt, seinen Durst stillte, betrachtet sie sein Zaumzeug und den Sattel.
In einer Tasche entdeckte sie eine Schriftrolle, was ihr Herz höher schlagen lies. Es handelte sich um eine ganz besondere Schriftrolle, ihr Lehrer hatte ihr einmal davon erzählt. Man konnte mit ihnen das Element bestimmen über das man verfügte.
Vorsichtig zog sie die Rolle ganz aus der Tasche. Sie war offenbar schon oft benutzt worden, denn es fehlten bereits große Teile.
Ehrfürchtig trug sie ihren neuen Schatz in den Schatten eines Hauses, denn mitlerweile war die Sonne aufgegangen und brannte mit unbarmherzigen Strahlen auf das Dorf herab.
Angestrengt versuchte sich Hotaru zu erinnern, was man tun musste, um das Element zu erfahren.
Momo trottete gemächlich zu ihr herüber und lies sich im Schatten zu Boden plumpsen. Gutmütig blies er dem Mädchen in die Haare und schnüffelte kurz an ihrer staubigen Kleidung.
Hotaru betrachtet weiterhin die Schriftrolle. Schließlich legte sie einen Finger darauf und schloss die Augen.
Das Leiten ihres Chakras war ihr schon immer schwer gefallen, aber in letzter Zeit hatte sie nie geübt, so dass es ihr einfach nicht gelingen wollte.
Frustriert pfefferte sie die Schriftrolle zu Boden und spießte sie mit bösen Blicken regelrecht auf.
Momo lies seinen Blick verwirrt zwischen ihr und der Schriftrolle hin und her wandern, dann gab er ein kurzes, aber durchdringendes Geräusch von sich und stand auf.
Hotaru hob überrascht den Kopf, ihre Augen weiteten sich erschrocken, als sie die riesige Staubwolke entdeckte, die in einiger Entfernung über der Wüste schwebte.
Hektisch sprang sie auf und griff nach der Schriftrolle, stopfte sie in ihren Gürtel und rannte los.
Für diesen Notfall hatte sie sich extra einen Plan einfallen lassen, wenn Fremde herkamen, dann wollte sie sich so lange verstecken, bis sie die Stadt durchquert hatten und ihr Anwesen gefunden hatten. Dort würden sie unweigerlich auf die Leichen der Dorfbewohner stoßen, was ihr ein wenig Zeit geben würde um zu verschwinden.
Allerdings hatte sie nicht mehr damit gerechnet, dass dieses Szenario wirklich einmal eintreffen würde.
Keuchend erreichte sie das Haus, in dem sie ihr Versteck eingerichtet hatte. Es befand sich am Dachboden der Bücherei, dessen Tür sich hinter einem stabil aussehenden Regal verbarg.
Hotaru rückte gerade das Regal wieder zurecht als sie das Getrappel vieler Kamelfüße auf der Straße unter sich vernahm.
Mit einem schnellen Blick überzeugte sie sich davon, dass das Regal wieder an seinem ursprünglichen Platz befand, dann sprintete sie auch schon die Treppe hinauf.
Oben angekommen öffnete sie vorsichtig die Fensterläden ein winziges Stück.
Ihre Augen wurden immer größer, je länger sie auf den Marktplatz hinunterstarrte. Es waren so unbeschreiblich viele Menschen, die alle durcheinanderwuselten, weshalb sie nicht einmal einen Versuch startete sie zu zählen.
Hotarus Blick wanderte weiter über die herumrennenden Männer und blieb an einem hängen, der mit einem schwarzen Umhang bekleidet war.
Er war der einzige, der sich nicht bewegte, sondern völlig still neben dem Brunnen stand. Es schien so als würde dieser eine, alle anderen überwachen.
Plötzlich wandte der Mann den Kopf und starrte direkt zu Hotaru herauf.
Mit einem erschrockenen Keuchen lies sie den Fensterladen los und duckte sich.
Sie wusste, dass es längst zu spät war, man hatte sie entdeckt. Zitternd vor Angst kauerte sie sich unter dem Fenster zusammen, den Blick starr auf den Treppenabsatz gerichtet.
Aber es näherten sich keine stampfenden Schritte, es blieb weiterhin still, nur die Stimmen der Männer vor dem Fenster drangen gedämpft zu Hotaru herein.
Schließlich wagte sie aufzuatmen, langsam richtete sie sich wieder auf und warf einen Blick nach draußen. Genau in diesem Moment legte sich von hinten eine schwere Hand auf ihre Schulter.

Das Leben mit den Nukenins:

„Kairi…wo bleibst du?“, die barsche Stimme riss Hotaru aus ihren Gedanken. Hektisch suchte sie ihre Unterlagen zusammen und rannte aus dem Zelt.
„Ich komm schon ich komm schon!“, rief sie während sie die Plane zur Seite fetzte und genau in ihren neuen Sensai lief.
Dieser seufzte und verdreht leicht die Augen. Sein schwarzer Umhang flatterte kurz in einer sanften Brise, was ihm ein noch erhabeneres Aussehen gab.
Hotaru, oder besser gesagt Kairi, sie hatte den Männern aus Sicherheitsgründen nicht ihren richtigen Namen verraten, saß beschämt am Boden und suchte ihre Sachen zusammen.
Der Großteil der Schriftrollen, die sie letzten Endes wieder in den Armen hielt waren Karten. Zur Zeit brachte ihr Akio bei, wie man Karten las und auch wie man sie selber zeichnete.
Hotaru war richtig gut darin, allerdings kam sie regelmäßig zu spät zu den Unterrichtsstunden, was ihren Sensai jedes mal in Rage versetzte.
Heute hatte er allerdings einen guten Tag, denn er zog sie lächelnd auf die Beine und putzte ihr sogar den Sand von der Kleidung.
Momo hatte seine Besitzerin längst erkannt und rannte im gestreckten Galopp auf sie zu. Erst kurz bevor er sie erreichte bremste er und eine Staubwolke aus Sand hüllte das Mädchen ein.
Akio seufzte leise und machte eine kurze Handbewegung, der Sand zog sich wie von geisterhand zurück und gab den Blick auf Hotaru frei, die lachend unter Momo am Boden lag und in den zweifelhaften Genuss einer Kamelknutschattacke kam.
Ein paar Minuten später hatten sie es endlich in das große Gemeinschaftszelt geschafft, das in der Mitte des Lagers aufgebaut worden war.
Unter Tags hielt sich hier eigentlich niemand auf, weswegen Akio es kurzerhand zum Unterrichtsraum bestimmt hatte.
Dort lernte Hotaru seit nun 3 Jahren, was man für das Leben in dieser Welt brauchte, dazu zählten nicht nur Jutsus, sondern auch andere Dinge, wie Morden, Plündern und Brandschatzen.
Was vielleicht etwas brutal klang, war der normale Lebensinhalt dieser Männer. Hotaru war durch eine besonders witzige Fügung des Schicksals in die Fänge von Nukenins geraten, die sie begeistert aufnahmen, als sie die Leichen im Anwesen entdeckt hatten.
Hotaru hatte zwar jede Schuld von sich gewiesen, doch Akio hatte ihr niemals geglaubt. Deswegen trainierte er jede freie Sekunde mit ihr, um sie zu seiner ultimativen Waffe zu machen.
Das Mädchen war davon wenig begeistert, doch zum Ersten Mal in ihrem Leben, traute ihr jemand etwas zu, sodass sie, davon geblendet, alles tat, was ihr Sensai ihr auftrug.
Anfangs waren es nur kleine Aufträge, wie zum Beispiel einen Reisenden in einen Hinterhalt locken, oder aus einem kleinen Dorf ein paar Äpfel zu stehlen. Mitlerweile trug er ihr auch schon Missionen auf, die für die Gruppe aus Nukenins äußerst wichtig waren.
Auch heute wandte ihr Akio mit ernstem Ausdruck sein Gesicht zu. „Kairi ich habe einen ganz besonderen Auftrag für dich“, wisperte er geheimnisvoll. Seine Schülerin schaute begeistert von ihren Notizen auf. „Was denn Sensai?“, fragte sie neugierig. „Du musst mit uns in die Hauptstadt von Suna reisen, dort gibt es ein sagenumwobenes Artefakt, dieses wollen wir in unseren Besitz bringen“, Akio legte eine Kunstpause ein.
Hotaru war auf ihrem Sitzplatz bis ganz nach vorne gerutscht, das war wirklich eine Mission nach ihrem Geschmack, solange sie niemand töten musste. Ganz kurz kamen ihr Bedenken.
Ihr Sensai lächelte kurz, als er ihren Eifer bemerkte. „Ganz ruhig Mädchen, du wirst nur unsere Kundschafterin sein. Dir vertrauen die Leute, das werden wir zu unserem Vorteil nutzen.
Hotaru versuchte sich ihre Erleichterung nicht anmerken zu lassen, gut, sie musste nur die Vorarbeit leisten, das Töten würden andere erledigen.
Zufrieden lies sie sich nach hinten sinken. „Sensai, ich werde dich nicht enttäuschen“, ihre Stimme klang selbstsicher, sie wusste, dass sie gut war, das hatte Akio ihr auch oft genug gesagt.
Sie beherrschte das Element Holz, was in einer Wüste nicht unbedingt von Vorteil war, aber sie hatte ihre Flöte, mit der sie mitlerweile auch die Stimmung von Menschen beeinflussen konnte.
Hotaru begann ihre Notizen und Landkarten zusammen zu suchen. „Wann brechen wir denn auf Sensai“, fragte sie während sie versuchte ein besonders störrisches Exemplar von Landkarte zusammen zu falten.
Akio überlegte kurz. „Es wird noch ein paar Tage dauern, bis wir aufbrechen, du hast bis dahin Freizeit, also trainiere am besten noch ein bisschen“, mit diesen Worten stand er auf und verlies das Zelt.

In Suna:

Leise wie ein Schatten huschte Hotaru durch die Stadt.
Längst hatte sie sich an den architektischen Wunder der Wüstenstadt gewöhnt, sie waren schließlich schon seit Monaten hier.
Akio war sehr zufrieden mit den Informationen, die sie ihm auf die unterschiedlichsten Arten übermittelte.
Sie hatte relativ schnell mit ein paar Wachen Freundschaft geschlossen, indem sie ihnen jeden Abend Getränke in einer kleinen Bar spendierte.
Man hielt sie für eine verwöhnte Kaufmannstochter und das war Hotaru nur recht. So würde sie niemand mit den Diebstählen in Verbindung bringen, die Akio plante.
Dennoch zitterte sie jedes Mal vor Aufregung wenn sie durch die großen Palasttore schritt, aber niemand schöpfte Verdacht.
So waren die letzten Monate sehr schnell verstrichen und langsam begann sich die Spionin zu langweilen. Sie kannte die Stadt wie ihre Westentasche, es gab keine Gasse, die sie nicht schon einmal betreten hatte.
Aber Akio wollte diesmal kein Risiko eingehen und so musste Hotaru sich im Palast für eine Stelle als Zimmermädchen bewerben, was dem Mädchen überhaupt nicht schmeckte.
Ihr wütendes Geschrei hielt alle Nukenins in Atem, aber schließlich setzte sich Akio durch und Hotaru musste sich seinem Wort fügen.
Fortan musste sie jeden Morgen bei Sonnenaufgang aufstehen und fremde Wäsche im Fluss waschen. Danach hatte sie ein paar Minuten Freizeit, in denen sie den Palast Etage für Etage erkundete und nach Schwachstellen in der Bewachung suchte…und schließlich auch fand.
Es war ein Tag wie jeder andere, als sie wieder einmal mit einem Korb voller Wäsche hinunter zum Fluss schwankte. Es hatte bereits länger nicht geregnet und so musste sie durch den Schlamm bis hin zur Mitte des Flussbettes waten.
Natürlich durfte die Wäsche dabei keinen Dreckspritzer abbekommen, was die Sache nicht unbedingt einfacher machte.
Hotaru fluchte und keifte, wie ein alter Seemann, bis sie die das Wasser endlich erreicht hatte.
Dort schrubbte sie die Wäsche und machte sich anschließend wieder auf den Weg zurück.
Am Ufer stand eine Person, die sie nur flüchtig kannte, es handelte sich um einen jungen Wachmann, der, anders als die anderen, nicht dauernd perverse Sprüche klopfte, sonder ihr charmant und immer mit einem Lächeln auf den Lippen begegnete.
Hotaru hielt ihn, gelinde gesagt, für ein Muttersöhnchen, denn sie war den rauen Umgang mit Männern gewöhnt und konnte mit seinen zaghaften Annäherungsversuchen nichts anfangen.
Misstrauisch beäugte Hotaru ihn, als sie die Wäsche an ihm vorbeitrug.
Der junge Mann starrte ihr mit einem verträumten Ausdruck hinterher, was sie völlig aus dem Konzept brachte. Jeder andere hätte sich über ihre schlammbeschmierten Beine lustig gemacht, aber er sagt keine Wort.
Kopfschüttelnd trug sie die Wäsche zum Palast hinauf, wo sie auch ihre Beine säuberte.
Beim Nachdenken kam ihr ein genialer Gedanke. Wenn sie diesen Mann dazu bringen könnte, seinen Platz zu verlassen, dann hätte Akio die perfekte Gelegenheit, um den Palast zu stürmen.
Sie malte sich aus, wie stolz er dann auf sie sein würde, der Gedanke zauberte ihr ein Lächeln ins Gesicht. Gleich darauf schämte sie sich dafür, dieser Mann war ein Nukenin, der Abschaum dieser Welt, so stand es zumindest in den Büchern, die sie gelesen hatte.
Andererseits war Akio immer gut zu ihr gewesen, hatte ihr viele Dinge beigebracht und war fast wie ein Vater für sie gewesen.
Hotaru betrachtete nachdenklich ihre fast sauberen Beine. Sie würde die Nukenins bald verlassen müssen, soviel stand fest. Sie waren kein guter Umgang für ein 19-jähriges Mädchen.
Außerdem träumte sie immer noch davon, das Erbe ihrer Mutter fortzusetzen und flötespielend durch die Länder zu ziehen.
Allerdings benötigte sie für diesen Traum Geld, Geld, das sie nicht hatte.
Während sie sich die letzten Schlammspritzer abwischte fiel es ihr plötzlich wie Schuppen von den Augen.
Da war die Lösung, so klar und deutlich und so einfach, dass sie sich am liebsten selber dafür geknutscht hätte, so klug zu sein.
Sie würde das Geld von Akio bekommen, natürlich ohne sein Wissen. Während die Männer den Palast plünderten, würde sie sich ins Lager schleichen und mit der bisher angesammelten Beute verschwinden.
Sie kannte die Wüste besser als jeder andere, sie hatte mindestens tausend Karten angefertigt. In einem anderen Land würde niemand danach fragen, woher sie kam oder woher sie soviel Geld hatte.
Sie konnte den Menschen doch erzählen was sie wollte, niemand würde einem blauäugigen Mädchen wie ihr misstrauen.
Ihr Blick fiel auf die Flöte neben ihr. Und wenn doch, nun, dann musste dieser jemand eben Bekanntschaft mit den Kräften ihrer Flöte machen, so einfach war das.
Grinsend begann sie die Wäsche im Garten des Palastes aufzuhängen. Sie würde endlich frei sein, kein Akio mehr, der sie mit klugen Sprüchen nervte, keine Nukenins mehr, die jeden ihrer Schritte belauerten.
Fröhlich vor sich hin pfeifend beendete sie ihre Arbeit und machte sich auf die Suche nach dem jungen Wachmann. Schließlich musste sie ihm mitteilen, dass er bald ein Date haben würde.
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BeitragThema: Re: Hotaru   Di Aug 23, 2011 7:54 am

Die Nacht des Überfalls:

Genau wie Hotaru erwartet hatte, war Akio begeistert von ihrem Plan.
Er begann sobald sie ihn eingeweiht hatte mit den Vorbereitungen und der genaueren Planung.
Jedes Detail wurde genauestens diskutiert, was Hotaru einiges an Nerven kostete.
Ihr Sensai war einfach schon zu alt für diesen Job geworden, denn er witterte hinter jeder Sanddüne eine neue Bedrohung.
Nach ein paar kleineren Meinungsverschiedenheiten einigten sie sich endlich auf die genaue Uhrzeit und den Ort des Überfalls auf den Palast.
Der Kage würde zu dieser Zeit nicht in Suna sein, weswegen sich die Nukenins reiche Beute erhofften.
Hotaru hoffte mit ihnen, denn wenn sie genügend Schätze ergatterten würde niemand auf die Idee kommen, ihr zu folgen.
Ihr Plan hatte in den letzten Tagen immer mehr Form angenommen, sie würde auf Momo in das nächstgelegene Land flüchten, wo sie das Kamel verkaufen würde, auch wenn ihr dieser Gedanke nicht gefiel.
Danach würde sie sich zu Fuß durchschlagen, sie hoffte allerdings, dass sie bald eine Stadt oder ein Dorf erreichen würde, wo sie sich nach einem neuen Reittier umschauen würde.
Akio wedelte kurz mit der Hand vor ihren Augen herum, „Mädchen hör auf zu träumen“, grunzte er wütend.
„Verzeihung“, Hotaru schüttelte kurz den Kopf um die Gedanken zu verscheuchen, erstmal musste sie sich auf ihre Mission konzentrieren.
Ihr Sensai verdrehte genervt die Augen. „Schön, dass du jetzt wieder anwesend bist“, seine Augenbrauen verschwanden kurz unter der Kapuze seines Umhangs, kein gutes Zeichen, wie Hotaru nur zu gut wusste.
Doch der befüchtete Wutanfall blieb aus. Statt dessen strich ihr Akio kurz über die Haare „Ich bin wirklich stolz auf dich“, irrte sich Hotaru oder waren da Tränen in seinen Augen?
Er konnte doch nicht ahnen was sie vor hatte…oder etwa doch?
Erste Zweifel stiegen in ihr hoch, doch sie kämpfte sofort dagegen an. Wenn sie bei ihm blieb, würde sie früher oder später durch die Hände eines Shinobis sterben.
Treuherzig lächelte sie ihren Sensai an „Danke Sensai, ich gebe ja auch mein bestes!“, ihre Stimme klang so wie immer, keine Spur eines schlechten Gewissens.
Der Blick ihres Sensais blieb noch kurz an ihr haften, dann wandte er sich wieder den Karten der Stadt zu, die Hotaru für ihn gezeichnet hatte.
Während seine Schülerin in die Stadt zurückkehrte, um dort alles vorzubereiten, besprach Akio den Plan noch einmal mit seinen Männern und schärfte ihnen die Wichtigkeit des Unternehmens noch einmal ein.
Nach diesem Überfall würden sie sich eine nette kleine Oase leisten können, wenn nicht sogar mehr. Dann hätte das ewige Umherziehen und Morden endlich ein Ende und auch Hotaru würde ein Leben genießen können, wie sie es verdiente.
Diese und andere Gedanken hatte Akio im Sinn gehabt, als er sich von seiner Schülerin verabschiedet hatte.
Hotaru ahnte davon nichts, sie war davon überzeugt, dass diese Männer für ein Leben nach dem Gesetz nicht geschaffen waren und dass sie der Bestrafung durch einen Shinobi nur durch eine Flucht entrinnen konnte.
Der Abend brach quälend langsam über der Stadt herein, sie hatte sich mit dem jungen Wachmann in einer kleinen Seitengasse verabredet, wo sie bereits ungeduldig auf ihn wartete.
Immer wieder wanderte ihr Blick zum Himmel hinauf, der sich langsam dunkelblau färbte.
Genervt schritt sie ein paar Schritte auf und ab.
Dann endlich löste sich eine Gestalt aus den Schatten und kam zu ihr herüber. Es war der junge Mann, der nervös eine Blume in seinen Händen drehte.
Hotaru lächelte ihm freundlich zu, bei den Nukenins hatte sie gelernt ihr Gegenüber durch einfache Körpersprache zu beeinflussen, was sich jetzt bezahlt machte.
Nach ein paar kurzen Begrüßungsfloskeln lud der junge Mann sie auf einen Spaziergang hinunter zum Fluss ein, was Hotaru nur recht war. So würden sie außerhalb der Stadt sein, wenn Akio seinen Angriff startete.
Scherzend und lachend machten sich die beiden auf den Weg, während sich vor der Stadt die Nukenins bereit machten.
Lautlos wie ein Phantom huschten die Männer unter Akios Führung über die Häuser. Sie erreichten ohne Aufsehn zu erregen den Palast, wo einer der Eingänge, dank Hotarus Hilfe, völlig unbewacht war.
Erst als alle Nukenins im Inneren des Gebäudes verschwunden waren ertönten die ersten Schreckens- und Alarmschreie.
Der Wachmann neben Hotaru fuhr überrascht herum, als eine Feuerfontäne einen Teil des Palastdaches in Brand setzte.
Mit einem wütenden Schrei fuhr er zu seiner Angebeteten herum, die sich als Wolf im Schafspelz entpuppt hatte. „Kairi! Was hat das zu bedeuten?“, schrie er voller Zorn, dann traf ihn ein Holzpflock an der Schläf und er kippte bewusstlos in den Graben.
Zufrieden machte sich Hotaru auf den Weg zurück in die Stadt, dieser Teil des Plans hatte gut funktioniert, jetzt musste sie nur noch schneller im Lager sein, als die anderen.
Gerade, als sie in die Richtung des Lagers laufen wollte, erschollen eine Reihe von Schmerzensschreien. Sie glaubte auch Akios Stimme zu erkennen und eine kalte Hand schien nach ihrem Herzen zu greifen.
Sie konnte ihre Freunde nicht im Stich lassen, auch wenn es sich bei ihnen um Nukenins handelte.
So schnell sie konnte rannte Hotaru zurück zum Palast, zum Glück war sie nicht allzu weit davon entfernt.
Außerdem kannte sie die Schleichwege, des Dienstpersonals, sodass sie innerhalb weniger Minuten bei den hohen Mauern angekommen war.
Mit fliegenden Fingern öffnete sie eine der geheimen Türen in der Wand und schlüpfte hindurch. Kurz umfing sie eisige Dunkelheit, bis es ihr endlich gelang, die Pforte auf der anderen Seite zu öffnen.
Rauch und Schreie schlugen ihr entgegen, als sie auf den Hof trat.
Hektisch versuchte sie in den tanzenden Schatten Freund und Feind auszumachen, was ihr aber erst nach einer Weile gelang.
Leicht geduckt huschte sie an der Wand entlang, um in das Innere des Palastes zu kommen, hier draußen brauchte niemand ihre Hilfe.
Die Gänge waren alle voller Rauch, sodass Hotaru nicht mal die Hand vor Augen sehen konnte, außerdem musste sie davon so stark husten, dass sie dachte ersticken zu müssen. Dennoch lief sie weiter, bis sie endlich eine Stelle erreichte, an der sich der Rauch etwas lichtete.
Was sie sah lies sie erschaudern, überall lagen die Leichen von Wachen, manche in seltsam verkrüppelter Haltung, als hätte sie ein Riese zu Menschenbällen zusammengerollt und dann achtlos weggeworfen.
Zum Glück konnte sie keinen Nukenin zwischen den Toten erkennen, aber sie war sich sicher, dass es nicht jeder geschafft hatte.
Langsam kamen ihr Zweifel an der Genialität ihres Planes, als sie plötzlich einen Knall aus dem Stockwerk über sich wahrnahm.
Schnell rannte sie die Treppe hinauf.
Noch im Laufen überlegte sie, ob im oberen Stockwerk eigentlich Holz vorhanden war und wenn ja wie viel.
Sie gelangte zu keinem besonders guten Ergebnis, aber dann stand sie bereits einer Gruppe von Wachen gegenüber, die gerade dabei waren eine Tür einzuschlagen, hinter der sich die Nukenins verschanzt hatten.
Hotaru zögerte nicht sondern formte blitzschnell ihre Fingerzeichen.
Die Tür, aus massivem Holz bestehend, wurde aus den Angeln gerissen und erschlug die Wachen kurzerhand.
Das Mädchen wandte sich schnell ab bevor die Männer zerquetscht wurden, sie brauchte wirklich nicht noch mehr Stoff für Albträume.
Erst als die Schreie verstummt waren, wagte sie es, sich wieder umzudrehn. Ihre Freunde kamen ihr lachend entgegen und schlugen ihr auf den Rücken, man konnte die Erleichterung beinahe schmecken.
Schnell machten sie sich auf den Weg, um Akio zu suchen, der sich angeblich irgendwo in den oberen Stockwerken des Palastes befand.
Hotaru machte sich schreckliche Sorgen um ihren Sensai, sie gab sich ganz alleine die Schuld daran, dass die Wachen sich so erbittert wehrten.
Dann endlich fanden sie Akio, der gerade seelenruhig ein Gemälde nach dem anderen von der Wand pflückte und in einen großen Sack steckte, den er sich über die Schulter warf.
Als er seine Schülerin bemerkte grinste er schelmisch und zeigte auf den Sack. „Danke Kairi, das ist wirklich einer der besten Raubzüge, die wir jemals gemacht haben“.
Hotaru wusste kurz nicht ob sie ihn umarmen oder doch lieber erwürgen sollte, sie entschied sich dafür, erstmal garnichts zu machen, sondern starrte ihren Sensai einfach nur wortlos an.
In ihrem Kopf jagte gerade ein Gedanke den anderen. Wenn sie sich jetzt beeilte, dann würde sie noch rechtzeitig im Lager sein, um sich aus dem Staub zu machen. Niemand würde etwas merken, da war sie sich sicher, es würde noch eine Weile dauern, bis die ganzen Kostbarkeiten aus dem Schloss sorgsam verstaut waren.
Sie winkte Akio kurz zu und lief wieder nach unten, sorgsam darauf bedacht, niemandem mehr zu begegnen. Der Rauch half ihr dabei und so gelangte sie ungesehen aus dem Palast.
Keuchend rannte sie weiter, um vor allen anderen das Lager zu erreichen.
Dann endlich hatte sie es geschafft, hinter der nächsten Düne tauchten langsam die Umrisse der Zelte und Kamele auf, die ihr in den letzten Jahren so vertraut geworden waren.
Momo rannte ihr grunzend entgegen, aber Hotaru hatte keine Zeit um ihn ausreichend zu begrüßen.
Hektisch rannte sie in ihr Zelt und schnappte sich den Beutel mit ihren Habseligkeiten.
Dann kam der knifflige Teil, sie musste alle Kostbarkeiten aus Akios Zelt in den Satteltaschen von Momo verstauen, was alles andere als einfach war.
Erstens, weil Momo ständig herumzappelte und zweitens weil es einfach zuviel Zeug war.
Schließlich bekam Hotaru nicht mal mehr eine Münze in die Taschen. Sie beschloss es gut sein zu lassen und schnappte sich Momos Zügel. „Komm Momo, sei ein braver Junge“, lockte sie das Kamel hinaus in die Wüste.
Erst als sie einen gewissen Sicherheitsabstand zwischen sich und das Lager gebracht hatte, blieb sie stehen.
Einen kurzen Moment schaute sie zurück auf die Ansammlung von Zelten, die solange ihr Zuhause gewesen war.
Mit einem Seufzen kletterte sie auf Momos Rücken.
Hinter ihr wurde die Stadt immer kleiner und auch das Lager fiel immer weiter zurück.
So verlies Hotaru die Wüste…und war endlich frei.

Das Leben danach:

Mit schwerem Herzen lies das Mädchen Momo am Rande der Wüste zurück. Sein Wehklagen hing noch lange in ihren Ohren, aber sie wusste, dass die Städte kein Ort für ein Kamel waren.
Ganz alleine wanderte sie über die üppigen Wiesen eines unbekannten Landes.
Hotaru war voller Zuversicht, als sie die erste Begegnung außerhalb der Räuberbande machte. Es handelte sich dabei um einen seltsamen Fremden, der ihr den Weg zu der nahe gelegenen Stadt wies.
Staunend nahm sie jede Einzelheit in sich auf, die fremden Menschen, die Gebäude, einfach alles.
Hotaru war schon immer neugierig gewesen, aber diese Fülle an neuen Eindrücken raubte ihr fast den Atem.
Nachdem sie so lange in dieser Wüste eingesperrt gewesen war, konnte sie endlich alles machen, was sie wollte, ohne das ein doofer Sensai ihr kopfschüttelnd dabei zusah.
Bei dem Gedanken an ihren Sensai spürte sie ganz kurz ein komisches Gefühl im Magen, aber sie ignorierte es.
Es verging einige Zeit, bis Hotaru das Mädchen namens Kuraiko kennenlernte.
Die beiden verstanden sich auf Anhieb, was Hotaru verwunderte, immerhin hatte sie in ihrem bisherigen Leben nicht sehr viele Freundinnen gehabt.
Obwohl sie Kuri mit der Zeit immer mehr vertraute, erzählte sie ihr nie, warum sie Suna verlassen hatte.
Auch ihren echten Namen verriet sie niemanden, die Angst, bestraft zu werden, war noch viel zu frisch.
Alle anderen nannten sie „Kairi“, ein Name, der ihr sehr gut gefiel, aber ein wirklicher Ersatz für „Hotaru“ war es nicht.
Nach einiger Zeit, lernte Hotaru auch Shizue kennen, gemeinsam mit ihr und Kuri gründeten sie das Team „Haru no Hana“.
Und zum Ersten Mal in ihrem Leben, war Hotaru glücklich.
Aber sie wusste, dass früher oder später jemand herausfinden würde, was sie getan hatte.

Regeln gelesen: im alten forum schon ^^
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BeitragThema: Re: Hotaru   Sa Aug 27, 2011 12:12 am

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BeitragThema: Re: Hotaru   Sa Aug 27, 2011 12:29 am

YAY
DANKE Very Happy
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Hotaru

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